Globaler Kontext ·

MoMA zeigt Ausstellung zu Körper und öffentlichem Raum aus feministischer Perspektive

Im Museum of Modern Art in New York läuft seit dem 20. September 2026 die Ausstellung „Taking Back Our Space: Photographic Perspectives“, die sich mit der Darstellung des Körpers im öffentlichen Raum und feministischen Sichtweisen auseinandersetzt.

Die Ausstellung „Taking Back Our Space: Photographic Perspectives“ ist seit dem 20. September 2026 im Museum of Modern Art (MoMA) in New York zu sehen und läuft bis zum 2. Mai 2027. Im Mittelpunkt steht das Werk von Cynthia Wex, die mit ihrem Projekt „Let’s Take Back Our Space: ‘Female’ and ‘Male’ Body Language as a Result of Patriarchal Structures“ die Körpersprache in öffentlichen Räumen untersuchte. Wex nutzte dazu Bilder aus Büchern, Zeitungen, Werbeanzeigen sowie Film- und Fernsehszenen und ordnete diese nach Typen von Körpersprache, um patriarchale Strukturen in der Darstellung von Geschlechtern sichtbar zu machen.

Die Ausstellung schafft einen Dialog zwischen Wex’ Projekt und zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die Fotografie einsetzen, um die Beziehung zwischen Raum, Körpern und intersektionalen feministischen Perspektiven zu analysieren. Laut Roxana Marcoci, der kommissarischen Chefkuratorin für Fotografie am MoMA, kann Wex’ Projekt nicht nur als Meilenstein der feministischen Kunst gelesen werden, sondern auch als Rahmen, um die Politik von Körper und Raum neu zu denken.

Die ausgestellten Werke erweitern die Fragestellungen von Wex um Themen wie Rasse, Kolonialismus, indigene Souveränität, Sexualität und Selbstrepräsentation. Nona Faustine etwa nutzt ihren Körper, um Orte hervorzuheben, die von der Geschichte der Versklavung und rassistischer Gewalt geprägt sind. Martine Gutierrez vereint die Rollen von Künstlerin, Redakteurin, Model und Kreativdirektorin, um zu hinterfragen, wer die Autorität zur Konstruktion von Identität besitzt.

Joiri Minaya beschäftigt sich mit der Dekonstruktion visueller Sprachen, die Frauen und die Karibik lange Zeit exotisiert und kommerzialisiert haben. Yuki Kihara zeigt Fotografien mit indigenen samoanischen fa’afafine-Models und verschiebt damit die Erzählung von einem kolonialen Blick hin zur Selbstrepräsentation. Wendy Red Star verwandelt Archive in Räume für lebendige indigene Erinnerung anstelle kolonialer Klassifikation.

K8 Hardy und Paulina Olowska untersuchen in ihren Werken, wie Geschlecht und Identität durch Körper und Gesten fortlaufend performt und neu geschrieben werden. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Fragen zu öffentlichem Raum und Geschlechterfluidität weiterhin im Zentrum politischer Debatten stehen und die von Wex vor 50 Jahren identifizierten Themen heute neue Komplexität angenommen haben.

Marcoci betont, dass der Umfang der Ausstellung nicht nur die historische Bedeutung von Wex’ Arbeit bekräftigt. Vielmehr wird gefragt, was ihr Projekt heute ermöglicht und wie es einen kritischen Rahmen schafft, den Künstlerinnen und Künstler weiterhin testen, erweitern und hinterfragen.

„Taking Back Our Space: Photographic Perspectives“ lädt dazu ein, die Bedeutung von Wex’ Projekt in der Gegenwart zu reflektieren und zeigt, wie aktuelle Künstlerinnen und Künstler die Politik von Körper und Raum in der Kunst weiterentwickeln.

Warum das wichtig ist

Die Ausstellung im MoMA verbindet historische feministische Kunst mit aktuellen Debatten über Körper, Geschlecht und Raum. Für das Publikum in der Schweiz und weltweit zeigt sie, wie Kunst gesellschaftliche Strukturen sichtbar macht und zur Reflexion über Identität und Machtverhältnisse anregt. Die intersektionalen Perspektiven eröffnen neue Zugänge zu Themen, die auch in der Schweizer Gesellschaft relevant sind.

Zu allen Nachrichten
MoMA zeigt Ausstellung zu Körper und öffentlichem Raum aus feministischer Perspektive — NEOARCA