Am 15. Juli hat der Stadtrat von Vancouver einstimmig die Gründung eines kulturellen Land Trusts (CLT) beschlossen. Die Initiative wurde von Stadtrat Sean Orr eingebracht, der als ehemaliger Musiker auf die schwindenden kulturellen Räume in der Stadt aufmerksam wurde. Ziel des CLT ist es, Immobilien und Grundstücke, die von der Stadt oder von philanthropischen Quellen bereitgestellt werden, für kulturelle Zwecke zu erwerben, zu entwickeln und langfristig zu sichern.
Das Modell sieht vor, dass kulturelle Nonprofit-Organisationen durch langfristige Mietverträge oder Beteiligungen an den Immobilien eingebunden werden. Dadurch werden die Objekte dem spekulativen Immobilienmarkt entzogen und bleiben öffentlich zugänglich. Der Land Trust übernimmt die Verwaltung, Kapitalplanung und den Ausbau des Portfolios und setzt sich für regulatorische Verbesserungen im Kulturbereich ein.
Ein erstes Objekt des Trusts ist ein Holzhaus aus den 1920er-Jahren auf der Westseite Vancouvers, das von der Nachlassverwaltung der verstorbenen Wissenschaftlerin Evelyn Pinkerton gespendet wurde. Das Haus benötigt rund 250'000 kanadische Dollar für Reparaturen und Stabilisierung, um es als Gemeinschaftswohnraum und Residenz für Künstler nutzen zu können. Dieses Objekt dient als Nachweis für das Konzept und als finanzielle Grundlage für weitere Akquisitionen.
Die Initiatoren haben sich das Ziel gesetzt, bis 2050 insgesamt 30 Gebäude für kulturelle Nutzung und Künstlerwohnungen zu sichern. Dafür soll eine Anschubfinanzierung von 15 Millionen kanadischen Dollar gesammelt werden. Im ersten Quartal 2027 wird die Stadtverwaltung einen Bericht mit einer Übersicht möglicher Objekte und Finanzierungsbedarfe vorlegen.
Brian McBay, Geschäftsführer der lokalen Kulturorganisation 221a, weist darauf hin, dass in den letzten zehn Jahren über 400'000 Quadratfuss an Ateliers und Arbeitsräumen für Künstler in Vancouver verloren gegangen sind. Der CLT soll dem entgegenwirken und Künstlern ermöglichen, sich auf ihre kulturelle Arbeit zu konzentrieren, während der Trust die Immobilienverwaltung übernimmt.
Mit der Gründung des kulturellen Land Trusts setzt Vancouver einen Schritt, um die kulturelle Infrastruktur der Stadt zu erhalten und die Verdrängung von Künstlern durch steigende Immobilienpreise zu verhindern. Die langfristige Sicherung von kulturellen Räumen soll die Vielfalt und Lebendigkeit der Stadt fördern.
Warum das wichtig ist